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Nur kurz, weil ich eigentlich arbeiten muß, aber dies betrifft mich und mindestens einen meiner regelmäßigen Leser und ist mir nur zufällig bekannt geworden.
Das taz-Blog CTRL berichtet, daß nun auch monster.de Opfer des gerade modernen Datenklaus geworden ist.
Datendiebe [haben] Namen, Adressen, Telefonnummern und Passwörter von monster.de-Kunden gestohlen.
Monster.de [ruft] seine Kunden auf, ihre Passwörter zu ändern und warnt vor Phishing-Mails.
Man muß sich nur mal ein bißchen bei Youtube umgucken, um zu sehen, was für gewaltige kreative Energien freigesetzt werden durch das allgegenwärtige Internetpublikum einerseits und den beinahe ins bedeutungslose gesunkenen Aufwand an Zeit und Kosten für, zum Beispiel, den Videoschnitt.
Also Beispiel mögen diese drei Varianten der Doctor-Who-Eröffnungssequenz dienen:
Ich habe den Silvesterabend bei meiner Mutter vor dem Fernseher verbracht. Und da sie so schlecht umschalten kann und ich mich als Gast auch schwer damit tue die Verfügungsgewalt über die Fernbedienung an mich zu reißen, sah ich notgedrungen die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Selten habe ich mich in den letzten Wochen (in denen ich ob des neuen Jobs und der ungewohnten Verhältnisse ein bißchen wenig an Nachrichten und ähnlichem mitbekommen habe) so sehr aufregen müssen wie über diesen Quatsch, den sie dort verkündet hat.
Das Internetphänomen Garfield minus Garfield hat ja schon vor einigen Monaten die Runde gemacht. Für diejenigen, die es noch nicht kennen, eine Kurzbeschreibung:
Dan Walsh hat sich die Mühe gemacht, Garfield-Comics zu nehmen und den Hauptakteur komplett aus ihnen zu entfernen. “Das Ergebnis sind sehr surreale Strips, die dem Comic eine starke Wendung ins Düstere verleihen. Die Garfield-Strips ohne Garfield sind auf einmal tief traurige, existentialistische Einblicke ins Leben des depressiven Losers Arbuckle.” (Zitiert von Welt am Draht)
Wie gesagt, das ist alles altbekannt und ich bin im Laufe des letzten Jahres auf mindestens drei verschiedenen Wegen darauf gestoßen. Neu ist allerdings ein Resultat des großen Erfolges. Garfield-Schöpfer Jim Davis hat nämlich nicht wie es üblich ist, Dan Walsh wegen Verletzung von Copyright und Trademark das Dach über dem Kopf weggeklagt, sondern hat die Idee ausdrücklich gelobt. Das Ergebnis ist, daß es die Garfield-minus-Garfield-Strips jetzt auch in Buchform gibt. Gleichzeitig sind die Strips natürlich weiterhin auf der Webseite von Walsh frei online zugänglich.
Jim Davis hat hier einmal mehr seinen herausragenden Geschäftssinn bewiesen (der ihm auch immer gern mal vorgeworfen wird) . Außerdem hat er im Gegensatz zu den allermeisten anderen Rechteinhabern gezeigt, daß es auch einen anderen, besseren Weg für Kreative gibt, mit den neuen Remix-Möglichkeiten des Internet umzugehen. So gewinnen alle und Jim Davis ist in meiner Achtung noch einmal ein ganzes Stückchen gestiegen. Vorbildlich.
Seit einigen Wochen hat Google-Mail (in der Weboberfläche) ein Feature, daß einen davor bewahren soll, E-Mails im Vollrausch zu schreiben, die man womöglich später bereut. Das Feature namens Mail Goggles stellt einige einfache Matheaufgaben vor das Abschicken der Mail. Schafft man es nicht, die Aufgaben in einer bestimmten Zeit zu lösen, wird die Mail nicht abgeschickt.
Die Schwierigkeit der Matheaufgaben kann man einstellen, um sie den eigenen Fähigkeiten anzupassen. Und prompt findet sich bei xkcd dieses Bild:
Vor einigen Wochen habe ich Euch von Joss Whedons neuestem Geniestreich, Dr. Horrible, erzählt.
Ich hoffe, Ihr habt das knapp 45 Minuten lange Internet-Superhelden-Musical alle gesehen, denn es ist tatsächlich sehr gut bis hervorragend. Wie von Whedon gewohnt ist es sehr witzig und erzählt trotzdem eine interessante Geschichte mit einem derart typischen Ende, daß eigentlich alle, die Angel und Buffy gesehen haben, damit rechnen müssen.
Entgegen der ursprünglichen Ankündigung kann man das Video wohl weiterhin (oder besser: wieder) kostenlos auf der offiziellen Website ansehen. Trotzdem gibt es natürlich guten Grund sich jetzt schon auf die DVD zu freuen, die laut einem Interview “auf jeden Fall vor November” herauskommen soll.
Dr. Horrible scheint genau das zu sein, auf das die Welt gewartet hat. Immerhin ist es einer der ersten wirklich ernstzunehmenden Versuche, professionelle TV/Film-Produktionen an den großen Studios vorbei zu produzieren (wie von mir prophezeiht, war es nur eine Frage der Zeit). Dementsprechend spricht zum Beispiel die taz von einem “zukunftsweisenden Geschäftsmodell”. Und auch andere renommierte Zeitungen wie die New York Times oder der Observer berichten groß über Joss Whedons Experiment. (Eine große Anzahl von weiterführenden Links bietet das Community-Blog Whedonesque.)
Bis jetzt, so kann man dem oben verlinkten Interview entnehmen, hat Dr. Horrible seine Produktionskosten (eine kleine sechsstellige Summe) noch nicht wieder eingespielt. Aber das Erscheinen der DVD sollte das meiner Meinung nach sicher stellen. Es wird sicherlich interessant, zu sehen, welche Reaktionen dieses - eindeutig als gelungen einzustufende - Experiment hervorrufen wird - sowohl im Internet als auch bei den etablierten Studios.
Well, I can tell you it’s the story of Dr. Horrible, a low-rent super villain trying to make his way in the world, being evil, defeat his nemesis, Captain Hammer, who beats him up on a weekly basis, and work up the courage to talk to the prettiest girl walking around. It basically follows his travails. It’s about 40 minutes, in three acts, and was designed to be just your typical internet, superhero musical.
Und jetzt das beste. Ich habe so lange damit gewartet, das zu bloggen, daß der gute Doktor schon vor der Tür steht. Dr. Horrible wird in drei Teilen auf der gleichnamigen Internetseite veröffentlicht. Und zwar in drei Teilen am 15. Juli (ja, das ist schon morgen!!!), am 17. Juli und am 19. Juli. Doch Eile ist geboten. Denn wie man in Whedons Master-Plan nachlesen kann, werden die Videos bereits am 20. Juli um Mitternacht (vermutlich EST oder so was) wieder vom Netz genommen und dann nur noch gegen Geld zu erwerben. Später wird es wohl auch eine DVD geben.